Mein Name ist Thomas Goschat und in den folgenden 2 Stunden bin ich nur für euch da!

Mit diesen Worten eröffne ich für gewöhnlich meine Konzerte und genau das ist meine Absicht. Ich habe meine Lieder für euch geschrieben, liebe ZuhörerInnen, und ein klein wenig auch für mich. Sie sollen euch unterhalten, – ich will euch unterhalten und selbst wenn es nachdenklich wird, dann, bitte, denkt mit mir gemeinsam nach. Nichts ist schlimmer, als alleine zu grübeln!

G(K)oschat

Goschat & Koschat

Als ich im 2011er Jahr die ersten Schritte mit meinem eigenen Programm unternahm, befand sich im Publikum Heiner Zaucher, ein lieber Freund und „Theatermann” (Regisseur). Nach dem Konzert hatten wir Gelegenheit ein bisschen zu plaudern und er bot sich an, mir für die Gestaltung des Programms ein paar Tipps zu geben. Meine Begrüßungsworte sind einer dieser Tipps und viele andere

Wenn der Kaugummi in deinem Mund keine Bedeutung für das Programm hat, dann spuck ihn aus!

sind auch auf fruchtbaren Boden gefallen.

Es ist, glaube ich, wichtig, einen objektiven Spiegel zu haben um seine Richtung zu finden. Vor allem, wenn es die ersten Schritte sind, erspart man sich einige Irrwege.
Danke Heiner!


Lieder werden nie ganz fertig!
Eines meiner ältesten, gänzlich eigenen Lieder in meinem Programm ist die Moritat vom Görtschitztal Paul” – es stammt ca. aus dem Jahr 1986 und war ursprünglich als Gedicht geplant. Zu dem Zeitpunkt war meine Mutter frisch verliebt in einen „Neuen” und sie hat mir bei einem Besuch zaghaft-stolz eine Audio-Kasette vorgespielt, auf der er zu hören war. Zur Information, er hat Kärntner Chorabende moderiert und unter anderem Gedichte und „G’schichtlan” vorgetragen. Infolge dessen dachte ich

schreibst halt ein Gedicht, kannst ein wenig Eindruck schinden

Ein Protagonist der so påtschert ist, dass es ihm nicht und nicht gelingen will Selbstmord zu begehen, schien mir ein angemessen witziger Inhalt zu sein für ein Mundartgedicht, selbstverständlich mit einer happy-end-ähnlich Auflösung am Ende; Moritaten haben ja immer eine Moral von der Geschicht‘. – Die Wirkung war „desaströs”. Zum ersten mal im Leben war ich am eigenen Leib konfrontiert mit der doch weit verbreiteten Ansicht, dass nur etwas unterhaltsam ist, was keine Probleme anspricht. Mit einem Satz: es kam nicht an und meine Mutter machte sich Sorgen, ob ich vielleicht Suizidgedanken hege.

In Folge blieb mir ein Gedicht, das ich, des bekömmlicheren Vortrages wegen, in ein Lied umwandelte. Die Melodie und der Rhythmus haben im Laufe der Jahr(zehnt)e einige Metamorphosen durchlebt. Die neueste Fassung ist natürlich die, mit Abstand, beste – jedoch: Lieder werden nie ganz fertig!


Fremde Federn schmücken auch.
Eigentlich hab ich es ziemlich satt, Lieder nachzuspielen. Als ich im 1990er Jahr mit den Salt Creek Cripple Crackers meine ersten Banderfahrungen machte, hat mir mein kongenialer Mitbegründer dieser Countryband, Herbert „Mr. Herb” Leitner, mehr oder weniger „verboten“ die Songs vom Original einzulernen. Anstatt dessen spielte er mir seine Version vor und ich hatte meine liebe Mühe einen adequaten Bass dazuzubasteln. Vor allem weil ich mir das Können am Instrument nach der Methode „learning-by-doing” aneignete.

Herbert "Mr.Herb" Leitner, 2010

Herbert „Mr.Herb“ Leitner, 2010

Herbert hat ein Country-Traditional gecovert, den „Wabash Cannonball” und daraus eine Hommage an die Triebwagen-Garnitur gemacht, die einst auf der Strecke Klagenfurt – Rosenbach verkehrte. Die Strecke sollte eingestellt werden, wurde dann reaktiviert und führt heute zumindest noch bis Weizelsdorf. Ich habe eine starke Kindheitserinnerung an diesen „Zug”, da mein Vater mit mir oft sonntags zur Bahnübersetzung in der Flatschacherstrasse spazierte. Mir gefiel die, damals handbetriebene, Schranke mit dazugehöriger Glocke und „Floder” so gut und die Bilder davon und vom kurbelnden Schrankenwärter brannten sich tief in mein Gedächtnis ein.

Der Rosentål-Express

heisst das Lied beim Herbert Leitner, und so wie er mich gelehrt hat, spiele ich es auf meine eigene Art und nicht in seiner Originalversion, – ätsch!


…to be continued…